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Festes Obst schlägt Saft: Warum du Saftfasten vergessen solltest!

Festes Obst schlägt Saft: Warum du Saftfasten vergessen solltest!

geschrieben von Robin Dören

Bald ist es wieder soweit: Die Sommermonate stehen vor der Tür und die Supermärkte füllen sich langsam wieder mit frischem Obst und Gemüse. Auch Smoothies und Säfte stehen bei vielen somit wieder oben auf dem Speiseplan.

Heute verrate ich dir allerdings, warum der Verzehr von ganzen Früchten nachweislich viel mehr Vorteile für deine Gesundheit hat, als das Trinken von Säften oder Smoothies (du aber trotzdem nicht darauf verzichten musst).

Ist ein Entsafter sinnvoll?

Saftfasten, anyone? Bestimmt hast du schonmal von diversen Saft- und Smoothiekuren gehört oder die ultra-teuren Entsafter bei Instagram gesehen, die dort an jeder Ecke verkauft werden wollen.


Slow Juicer sinnvoll?
Sie werden als “Slow-Juicer” beworben, um die wertvollen Bestandteile des Saftes nicht zu zerstören. Saftfasten und Detox-Kuren sind der letzte Schrei. Aber: Dein geliebter Selleriesaft hat viel weniger Vorteile gegenüber seiner festen Form.

Ich habe früher neben dem Studium in einem Smoothie- und Saftstand gearbeitet und gesehen, wie viel Obst benötigt wird, um ein Glas mit dem Entsafter zu füllen. Entsaften wird dich auf Dauer nicht nur arm machen sondern ist auch gesundheitlich gesehen eine ziemliche Verschwendung. Deswegen gebe ich dir heute einen echten Biohacking Tipp, der so simpel wie günstig ist:

Iss normales Obst in seiner normalen Form.

Klingt unspektakulär?

In diesem Artikel zeige ich dir, warum festes Obst jeden Saft oder Smoothie um Längen schlägt.

Der Inkretin Effekt einfach erklärt: Bedeutung für die Insulinproduktion und den Blutzuckerspiegel

Die Forschung zu diesem Thema kam durch den sogenannten Inkretin Effekt ins Rollen. Dieser zeigt, dass eine intravenöse Glukosegabe direkt ins Blut den Insulinspiegel nicht so stark steigen lässt, wie eine orale Gabe. Das heißt, dein Blutzuckerspiegel steigt weniger stark an, wenn die Glukose über den Mund und den Darm aufgenommen wird. Das liegt an speziellen Darmhormonen, vor allem dem Glucagon-like Peptide-1, kurz GLP-1.

Das bloße Kauen und die Anregung des Speichels sendet Signale in den Darm, welche schon jetzt die Ausschüttung des GLP-1 Hormons anregen.

 

Was macht GLP-1 ? 

GLP-1 kennen wir auch schon aus unserem Artikel über GlycinGLP-1 (Glucagon-like Peptide 1) ist ein Hormon, das eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels und des Stoffwechsels im Körper spielt. Es wird im Darm produziert und als Reaktion auf die Nahrungsaufnahme in den Blutkreislauf abgegeben. GLP-1 stimuliert die Freisetzung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse, was zur Senkung des Blutzuckerspiegels beiträgt. Außerdem verlangsamt es die Magenentleerung, was dazu beiträgt, den Appetit zu verringern und das Sättigungsgefühl zu fördern.

GLP-1 hat auch andere positive Auswirkungen auf den Körper, wie die Förderung des Wachstums und des Überlebens der Betazellen der Bauchspeicheldrüse (die Insulin produzieren), die Verbesserung der Glukosetoleranz und die Verringerung von Entzündungen im Körper. GLP-1 ist das Ziel pharmakologischer Interventionen bei der Behandlung von Typ-2-Diabetes, und es wurden Medikamente entwickelt, die seine Wirkung nachahmen oder verstärken und sie werden klinisch zur Behandlung von Diabetes eingesetzt.

 

Und da sind wir wieder in der modernen Gesellschaft angekommen:
Es werden Medikamente verabreicht, die einen völlig natürlichen Prozess im Körper nachahmen sollen, damit der Patient seinen Lebensstil, der ihm bisher Diabetes eingebracht hat, weiterführen kann. Dabei kann es so simpel sein, wie in ein Stück Obst zu beißen, statt literweise pasteurisierten Fruchtsaft zu trinken.

Ein ähnliches Phänomen beobachte ich an meinem Vater, der aufgrund diverser Medikamente zur Blutverdünnung keinen Grünkohl mehr essen soll. Weil er das Blut weiter verdünnt. Hier wird also auf zahlreiche gesundheitliche Vorteile verzichtet. Mir ist klar, dass ich das etwas überspitzt darstelle und man Grünkohl nicht so fein einstellen kann wie ein Medikament. Trotzdem sollte das zum Nachdenken anregen! 

Festes Obst schlägt Saft

Im Jahr 2021 hat das Journal of Diabetes Investigation, eine zweimonatlich erscheinende, von Experten begutachtete medizinische Fachzeitschrift, die sich mit der Erforschung von Diabetes befasst, eine Studie veröffentlicht, die sich genauer mit den Effekten von festem Obst beschäftigt hat. Dort ist folgendes Diagramm zu finden:

Obst vs. Saft

 

Auf der linken Seite des Diagramms sieht man allerlei Vorteile von festem Obst:

  • Mehr wichtige Ballaststoffe wie Pektin 
  • Ein positiver Effekt auf die Darmflora
  • eine geringere Fruktoseaufnahme
  • eine bessere Sättigung
  • eine verbesserte Insulinsensivität

Auf der rechten Seite hingegen sieht man nur einen einzigen Vorteil beim Verzehr von Säften: Die enthaltenen Flavonoide und ihre antioxidative Wirkung. 

Aber die Flavonoide liegen überwiegend in den Randschichten der Pflanzen.  

Beim Entsaften verbleiben nur 10 % der Flavonoide im Saft, der übrige Anteil verbleibt in den Pressrückständen. Man tauscht beim Saft also eine verringerte Flavonoid Menge gegen deutlich mehr Fruktose. Kein guter Deal! Das ist ein weiterer Pluspunkt für das Kauen von festem Obst. 

Apfel statt Saft

Netter Nebeneffekt: Auch die Zahngesundheit wird durch den Abrieb und das Zerkleinern gefördert. Nicht umsonst geht es beim absoluten Standard Zahnarztfoto für schöne Zähne meistens immer um einen Apfel, in den kräftig reingebissen wird.

Lust auf was Erfrischendes?

Hast du trotzdem Lust auf erfrischende, selbstgemachte, schön garnierte Drinks, dann probiers doch mal mit Kombucha oder Wasserkefir. Diese Getränke führen dir positive Darmbakterien zu, ganz ohne starke Blutzuckerspitzen.

Kombucha statt Saft

 

Soll ich lieber komplett auf Saft und Smoothies verzichten?

Natürlich nicht.

Einer meiner Lieblingshacks ist z.B. Rote Beete Saft. So schreibt das deutsche Institut für Sporternährung:

"Rote Beete ist besonders reich an Nitrat. Aufgrund des hohen Gehaltes an B-Vitaminen (B1, B2, B6, Folsäure) und Mineralstoffen wie Kalium und Eisen ist sie ein Top Lebensmittel für Sportler. Das Nitrat der Roten Beete erhöht im menschlichen Körper den Stickstoffmonoxid-Spiegel (NO) und kann so zu einer Stärkung der Muskelkontraktion, zur Erhöhung des Gasaustauschs und zur Verbesserung des Blutflusses führen. Auch die Neubildung der Kraftwerke der Zelle, der Mitochondrien wird gefördert."


Stickstoff ist außerdem der wichtigste Stoff für die Gefäßgesundheit, da es deren Kontraktion und Extension steuert und vor Arteriosklerose schützt. Rote Beete in der festen Form zu essen ist nun jedoch einfach oft unpraktisch. Etwas Rote Beete Saft vorm Sport zu trinken, kann also sehr sinnvoll sein um dir einen Leistungsboost zu verschaffen. 

Wir haben hier ja auch oft mal Smoothie Rezepte und trinken selber gerne mal einen. Zumindest sind hier noch alle Bestandteile der Frucht enthalten, wenn auch so stark zerkleinert, dass ein Effekt durch das Kauen nicht mehr ausgelöst wird.

Trotzdem bringt das auch Abwechslung in die Ernährung und es macht einfach gute Laune einen schön frischen Minzsmoothie zu trinken. Es geht hier eher um die extremen Versionen, wie Saftfasten und Detoxkuren.

Sind Detoxkuren nicht sinnvoll?

Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass Detox-Kuren für alle notwendig oder sogar nützlich sind. Der Begriff "Detox" bezieht sich im Allgemeinen auf den Prozess der Entgiftung des Körpers von schädlichen Stoffen, die durch Nahrung, Luftverschmutzung, Alkohol und andere Umweltfaktoren aufgenommen werden. Dafür hat unser Körper komplexe und effiziente System entwickelt, die, je nach DNA, ganz allein funktionieren.

Einige Hinweise gibt es jedoch bei der Ansammlung von Schwermetallen im Körper, die z.B. durch N-Acetylcystein oder einige Algenarten ausgeleitet werden könnten. Der Körper kann einige dieser Schwermetalle selbst nicht so leicht und nur über einen langen Zeitraum los werden.

Auch bei der sogenannten "MTHFR Mutation" könnten die Entgiftungsmechanismen des Körpers eingeschränkt sein. Das liegt an einem ineffizienten Methylierungszyklus des Körpers. Hier hilft aber kein Smoothie, sondern nur die Einnahme von B-Vitaminen in ihrer methylierten Form. Aber dazu mal mehr in einem separaten Blogartikel! Schreib uns gerne einen Kommentar, falls du mehr darüber wissen möchtest.

 

Fazit:


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Verzehr von Obst das Risiko für Typ-2-Diabetes senkt. Diese Erkenntnis ist auch für gesunde Menschen von Nutzen, denn Obst zu essen geht schon alleine vom Volumen her mit einem geringerem Fruktosekonsum einher, welcher keinen Einfluss auf die zirkulierende Glukosekonzentration hat. Die Ballaststoffe aus festem Obst verhindern außerdem eine postprandiale Hyperglykämie (postprandial = nach dem Essen; Hyperglykämie = erhöhter Blutzuckerspiegel). Die meisten Prozesse die beim Kauen und Verdauen von festem Obst durchlaufen werden, wirken also förderlich auf Diabetes Typ 2. 

 

Quellen: