Gefährliche Supplements – Teil 2
Hier kommt der 2. Teil unserer Blog-Reihe zu gefährlichen Supplement-Trends und ich verspreche dir, auch diesmal werden ein paar dabei sein, die dich überraschen werden.
1. Kolostrum

Kolostrum ist die erste Milch, die ein Neugeborenes von seiner Mutter bekommt, sie ist nährstoffdicht, voller Antikörper und einzigartig. Aber eben genau das ist das Problem: Sie ist individuell maßgeschneidert für das Kalb, nicht für uns. Bovines Kolostrum ist biologisch nicht auf den menschlichen Körper ausgerichtet, und wer generell empfindlich auf Milchprodukte reagiert, wird es auf Kolostrum genauso tun. Bovine IgGs (Antikörper) überqueren die menschliche Darmbarriere wahrscheinlich nicht intakt und führen daher nicht zu aktiven, von Rindern stammenden IgGs im Blutkreislauf des Empfängers. (Playford, 2022; Ulfman et al., 2018)
Dazu kommt ein ethischer Aspekt, der mir persönlich sehr am Herzen liegt: Diese Milch gehört dem Kalb. Sie wurde von der Mutter mit genau den Antikörpern gebildet, die genau dieses Baby braucht (Lopez & Heinrichs, 2022). So hat unsere eigene Mutter das auch einmal für uns getan. Kolostrum zu entnehmen ist für mich Raubbau.
Ja, wir verwenden Ziegenprotein und ich verstehe, dass diese Frage kommt. Aber der Unterschied liegt für mich klar auf der Hand: Reguläre Milch entsteht, ohne dem Jungtier direkt etwas wegzunehmen. Kolostrum ist überlebenswichtig für das Neugeborene, sie ist nicht „überschüssig". Genau da ziehe ich persönlich und bewusst die Grenze.
2. Lebertran & Fischöl-Supplements

Lebertran hat eine lange Geschichte. Vor 800 Jahren war er tatsächlich wertvoll, damals sogar noch ohne Schwermetalle, ohne Quecksilber, ohne die Umweltgifte, die unsere Ozeane heute belasten.
Das Problem heute: die Fischleber ist ein Entgiftungsorgan. Sie nimmt Toxine auf und davon reichlich. Viele Fischöl-Supplements enthalten entsprechend erhöhte Mengen an Quecksilber und anderen Schwermetallen. (Brodziak-Dopierała et al., 2023)
Hinzu kommt, dass viele Produkte mit Alkohol konserviert werden. Da hast du mit Lebertran eher einen Shot als ein nährstoffreiches Supplement, das eigentlich helfen soll. Hier gibt es natürlich Qualitätsunterschiede, aber wer auf gute Omega-3-Fettsäuren angewiesen ist, greift besser zu pflanzlichen Alternativen wie Algenöl, da, wo die Fische ihre Omega-3s ursprünglich auch herholen.
3. Kräutertinkturen & Bittermittel mit Alkohol

Das klingt zunächst so natürlich und altbewährt und Kräuter an sich sind auch ganz wunderbar. Das Problem liegt hier aber in der Zubereitung: Die meisten Tinkturen auf dem Markt werden mit Alkohol hergestellt und dieser vberhindert einen Teil der Nährstoffaufnahme, den wir uns von den Kräutern erhoffen (Butts et al., 2023). Nährstoffe in den Kräutern werden teilweise auch trotz des Alkohol abgebaut und Alkohol belastet das Immunsystem und macht empfindliche Menschen langfristig eher kränker, statt gesünder.
Auch Glycerin-Varianten sind nicht immer sauber, oft ist noch ein Restanteil Alkohol enthalten. Wenn du Kräuter nutzen möchtest, greif lieber zu hochwertigen Wasserextrakten oder echten Vitalpilz-Extrakten ohne Alkohol. Wir achten bei unseren Produkten genau darauf.
4. Hefeflocken und Nährhefe

Dieser Punkt ist mir besonders wichtig, weil Nährhefe in der Gesundheitsszene als großer Freund gilt und sogar als B-Vitamin-Quelle und veganer Käseersatz gefeiert wird. Leider ist das Bild trügerisch. Dafür muss man zunächst einen wichtigen Punkt über Hefen verstehen: die Hefe wird zu dem was sie “frisst”. Deswegen ist es extrem ungünstig, dass die meisten Substarte für Hefeflocken genetisch veränderte Organsamien, wie z.B. GVO Zuckerrüben sind. Das bedeutet u.a. auch GVO-B-Vitamine, die uns nicht wirklich aufbauen, sondern sogar eher Mängel fördern können. (Superfood Evolution, o.J.; Metych, 2023)
Hefen sind sehr anpassungsfähig, überleben Jahrtausende und lernen, sich gegen Antimykotika zu wappnen. Wenn du bereits körpereigene Hefen (Candida etc.) im Ungleichgewicht hast, gibst du ihr mit Nährhefe zusätzliche Informationen, keine gute Idee.
Und noch ein bisschen schlimmer macht es folgedner Punkt: Hefeflocken enthalten Glutaminsäure, die sich im Körper ähnlich wie MSG (Mononatriumglutamat, auch bekannt als Geschmackverstärker) verhält und anreichern kann (Tomé, 2021; FDA, 2024). Ich habe früher meine “veganen Käsesoßen” auch sehr gerne mit Hefeflocken zubereitet. Würde ich heute aber nicht mehr tun.
5. Ätherische Öle (innerlich eingenommen)

Äußerlich angewendet und gut dosiert können ätherische Öle durchaus ihre Berechtigung haben. Aber innerlich eingenommen, besonders in größeren Mengen oder bei empfindlichen Menschen, können sie das Nervensystem reizen und auch überreizen. Statt zu beruhigen, werden die Nerven damit eher “hypersensibel”. (Lizarraga-Valderrama et al., 2021)
Da wir bekanntlich aufnehmen, was sich in unserer Umwelt befindet, gilt auch bei äußerlicher Anwendung: weniger ist mehr.
6. Chlordioxid (MMS)

Dieser Punkt ist mir ein echtes Herzensanliegen, weil Chlordioxid leider immer wieder als „Wundermittel" angepriesen wird, vor allem in alternativen Gesundheitskreisen.
Die Wahrheit: Chlordioxid ist ein Bleichmittel!!! und ein starkes Reizmittel. Es tötet zwar Keime, aber unterscheidet dabei nicht zwischen gut und schlecht. Es tötet einfach alles. Und das macht es bei Einnahme auch im Körper und ausgerechnet im Darm, wo wir auf unsere guten Bakterien dringend angewiesen sind. (Arellano-Gutiérrez et al., 2021; Liu et al., 2024)
Unser Immunsystem ist dafür gebaut, Erreger zu bekämpfen, es braucht dafür kein Bleichmittel. Was es braucht, ist Unterstützung, keine Auslöschung. Bitte kein Chlordioxid zur innerlichen Anwendung!
Auch dieser Blog ist eine klare Meinungsäußerung und ich weiß, dass nicht jeder damit einverstanden sein wird. Das ist völlig okay. Das Lykaia Team und ich geben jeden Tag unser Bestes, um Informationen zu teilen, die wir nach bestem Wissen und Gewissen recherchieren.
Wir sind wie immer offen für dein Feedback. ❤️
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